© 2010 Beobachtologin Blume

Heilkräuterpetition, die Zweite

Der Hype um die Heilkräuterpetition hat mich noch weiter beschäftigt. Mittlerweile gibt es auch ausführlichere Beiträge im Internet darüber, dieser z. B. http://www.buergerstimme.com/Design2/2010-11/heilkraeuter-verbot/

Ich hatte mir seinerzeit gut überlegt, ob ich meinen Beitrag vom 15.11. so schreiben soll, wie er erschienen ist. Denn ich finde es äußerst wichtig, wie man mit Informationen umgeht. Und dass Petitionen und Blogbeiträge ernst genommen werden können.

Die Desinformation im Netz mahnt förmlich dazu, bei allen noch genauer hinzuschauen und zu hinterfragen. Blödsinn hören und lesen wir täglich genug und es bedarf sehr viel Zeit für die Filtrierung der Essenz. Ungefilterte Informationsverbreitung bedeutet Zeitverschwendung in meinen Augen. Klar, wir müssen auf jeden Fall beobachten, wie es weitergeht mit den Heilkräutern und vor allem, was die EU für Regeln aufstellen möchte. Schon zu oft haben wir erlebt, dass gerade mühsam etwas verhindert wurde (wie z. B. im Falle der Vorratsdatenspeicherung), das dann heimlich durchs Hintertürchen neu eingebracht wird.

Noch etwas fällt mir immer wieder auf: Allzu oft wird für meinen Geschmack das Wort „Wahrheit“ verwendet. Ich habe so mein Problem damit. Wahrheit. Gibt es denn die absolute Wahrheit? In Deutschland hat die Farbe Rot z. T. eine ganz andere Bedeutung als z. B. in Asien. Jeder hat doch irgendwie seine eigene Wahrheit. Ich benutze dieses Wort im Zusammenhang mit wichtigen Informationen daher nicht, das klingt mir zu missionarisch. Anderen die eigene Wahrheit überzustülpen, kann in meinen Augen auch sehr gefährlich werden – wo soll das hinführen? Ich finde unsere Welt ist viel facettenreicher, sie lässt sich nicht durch Regeln, Gesetze oder die eine Wahrheit definieren und damit festlegen. So fand ich auch die Mitgliedsländer als Einzelne viel reizvoller als die eine EU, in der man alle gleichmachen möchte, ob sie wollen oder nicht.

Meine Bitte: mehr Respekt voreinander und vor der Informationsfreiheit und -verbreitung. Das Individuum, das selbständig denken und handeln kann, hat für mich einen viel höheren Stellenwert als eine Gruppe, die gemeinsam verkünden, sie hätten die endgültige Wahrheit gefunden. Wie z. B. auch Religionen das gerne tun. Was haben wir davon? Einen nicht endeten Glaubenskrieg weltweit!

Und bevor es zu ernst hier wird, hier noch etwas Humorvolles: Auch die „Fachleute“ suchen noch nach der „Wahrheit“. Hier die Antwort von der Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, vom Ministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familien und Senioren Baden-Württemberg, vom 11.11.10.

„… es ist uns bisher leider noch nicht gelungen an die entsprechenden Informationen zu kommen.  Wir bemühen uns jedoch weiter.
Beste Grüße“

Ja, sie waren stets bemüht …

Blume

Kopp Verlag


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