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Greenpeace, eine saubere Sache?

Heute habe ich das Buch „Saubere Sachen – wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt“ von Kirsten Brodde angelesen. Über die erste Seite kam ich nicht hinaus. Ich zitiere: „… Nachdem ich bereits auf Bioessen und tierversuchsfreie Kosmetik umgeschwenkt war, alle Glühbirnen durch Energiesparlampen ersetzt hatte …“

Energiesparlampen? Die so sehr in der Kritik stehenden Energiesparlampen? War der Untertitel „Wie man sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt“ etwa ironisch gemeint? Wie kann ich da den Rest des Buches noch ernst nehmen?

Auf dem Innencover und der Rückseite finde ich folgende Wortsammlung: Bio ist in, umweltfreundlich, ethische Korrektheit, nachhaltige Produkte, grüne Designer, biologischer Anbau, Umweltbewusstsein, sozialverträglich, fair und nachhaltig etc.

Was haben quecksilberhaltige Energiesparlampen, die zum großen Teil in China produziert werden, denn bitte mit sozialverträglich und umweltfreundlich zu tun?

Auch dass die Autorin auf Ihre große Erfahrung als Redakteurin für das Greenpeace Magazin verweist, fördert meine Leselust auch nicht mehr. Schade, der Titel hatte mehr versprochen.

Greenpeace verfolgt mich irgendwie in den letzten Tagen. Per Post erhielt ich letzte Woche einen Werbeflyer mit Spendenaufruf. Deren PR-Agentur haut echte Hämmer ‚raus, hier eine Kostprobe: „Grönlands Gletscher schmelzen immer schneller, liebe Frau Diessl!“ Das hat bei mir das Gegenteil bewirkt – ich habe nun eine totale Spendensperre! Auch der nächste Spruch ist werbetechnisch gut formuliert: „Mehr Geld für den Umweltschutz. Denn Ihre Einzugsermächtigung spart Bankgebühren.“ Ein weiterer Erpressungsversuch?

Nein, dazu habe ich keine Lust mehr, nachfolgend eine Mail, die ich darauf an Greenpeace sandte:

„Sehr geehrtes Greenpeace-Team,

bitte löschen Sie meine Adresse aus Ihrem Verteiler. Das erspart Ihnen Druck- und Portokosten. Ich weiß nicht wie Sie mit meiner Spende das Schmelzen der Grönland-Gletscher stoppen möchten. Das Klima ändert sich, schon seit Tausenden von Jahren. Jedoch ist nicht allein der Mensch daran schuld und ich möchte mich mit diesem Thema nicht erpressen lassen. So mächtig sind wir Menschen nicht – auch wenn die Politiker uns das gerne glauben lassen möchten. Durch meine Abbestellung Ihres Werbeflyers und den dadurch eingesparten Postautotransport trage ich meinen Teil dazu bei, das Klima zu ‚retten‘.

Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

Mit freundlichen Grüßen …“

Auch auf den Goody, 4 x jährlich Greenpeace-Nachrichten frei Haus zu erhalten, werde ich dem Klima zuliebe verzichten. Wenn das alle Einwohner von Deutschland täten, was für eine Mega-Greenpeace-CO2-Footprint-Bilanz würde daraus wohl resultieren?

Aber alles nicht so schlimm, mit dem CO2-Rechner im Internet kann Greenpeace ja seine Emissionen durch einen Beitrag zu einem der Umweltprojekte auf dieser Seite ausgleichen/neutralisieren. Ganz schön ironisch.

Ich fürchte, Greenpeace ist zu einem Megaapparat geworden und hat den Überblick verloren.
grün ist nicht gleich grün

Kopp Verlag


Ein Kommentar

  1. Veröffentlicht am 10. September 2010 um 06:40 | #

    Hallo und guten Morgen,

    Glückwunsch zu der Mail an Greenpeace.
    War denn Greenpeace schon mal für den Umweltschutz?
    Ich habe bei Greenpeace noch nie etwas über Hanf gelesen. Die nützlichste Pflanze auf dieser Erde.
    Hanf produziert auf 1 ha ebensoviel Papier wie Holz auf über 4 ha.
    Hanf kann jedes Jahr geerntet werden, Holz?
    Hanf produziert mindestens 7 mal weniger Abfall als Holz.
    Aus Hanf war das erste Ford T-Modell von Henry Ford. Geplant war es mit Hanföl zu betreiben. Hanf lieferte also Fasern für die Karosserie und den Klebstoff aus Hanfföl.
    Hanföl ist eines der besten Medikamente bei Ohrenschmerzen.
    Hanf wurzel großflächig und benötig keine Pflanzenschutzmittel.
    Wer in den USA im II Weltkrieg Hanf anbaute musste nicht zum Militär.
    usw.

    Wenn Greenpeace nicht bereits seit langem unterwandert wäre, hätten sie schon lange gegen das weltweite Verbot des Hanfanbaus antreten müssen. Es würden keine Nahrungsmittelpflanzen für Biosprit verwendet werden und der künstlicher Preisanstieg für Nahrungsmittel für Hungersnöte sorgen. Die Papier-, Pharma- und Chemie-Lobbys haben dafür gesorgt, dass aus dem nützlichen Hanf das berüchtigte Marihuana (mex. Wort) wird.

    Nur ein Beispiel.

    Vor 30 Jahren hiess es: Ich ess kein Fisch, wenn ich eine Quecksilbervergiftung möchte, dann fress ich ein Thermometer. Heute wird das umgewandelt. ….. dann lutsche ich eine Energiesparlampe.

    Wünsche Dir viel Glück auf Deinem Weg und mit Deiner HP.

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